Nordic Walking - nur die richtige Technik führt zum Erfolg
Mittlerweile erregen sie kein öffentliches Interesse mehr. Waren Nordic Walker zu Beginn der Trendsportart im Jahre 1997 noch ein exotischer Anblick, so schaut man ihnen mittlerweile gelassen zu.
In den meisten Regionen Deutschlands hat sich Nordic Walking als Gesundheitssport etabliert.
Trotzdem stößt man bei genauem Hinsehen immer noch auf die unterschiedlichsten Arten der Stockführung:
1. Der Schleifer lässt die Arme locker am Körper pendeln und führt die Stockspitzen den größten Teil der Zeit am Boden entlang. Man hört ihn schon von weitem, besonders dann, wenn er in Gruppen unterwegs ist.
2. Der Stöckler benutzt die Stöcke vorwiegend vor dem Körper. Er geht in einem hohen Tempo mit überwiegend gebeugten Armen und schnellen, strammen Bewegungen.
3. Der Alfatechniker führt die Stöcke mit gestreckten Armen nach vorne und hinten.
4. Der Nordiclangläufer leitet die Bewegung mit gebeugtem Arm ein und wirkt wie ein Skilangläufer ohne Gleitphase aufgrund des fehlenden Schnees.
Der Laie und manch passionierter Nordic Walker wundert sich über die Vielfalt der Technikvariationen und fragt sich zu Recht, welche denn nun die richtige ist.
Nordic Walking als eine Ausdauersportart ist in seiner jetzigen Variation 1997 in Finnland entstanden. Es folgte ein gewaltiger Boom und ein ganz neuer Markt: Nicht nur die Sportartikelindustrie, sondern auch die Sportverbände profitieren noch immer von dem lukrativen Trend. In Deutschland gibt es beispielsweise den Verband der Nordic Walking Schulen "VDNOWAS", die Germany Nordic Fitness Association "GNFA" oder den "DNV", den Deutschen Nordic Walking Nordic Inline Verband. Jeder Verband bildet nach seinem individuellen Technikkonzept eigene Trainer aus. Die Merkmale der DNV-Technik sind die Aufrechte Position, der Lange Arm, der Flache Stock und die Angepasste Schrittlänge. Der Verband spricht daher von der ALFA-Technik. Die Stöcke sind eher kürzer.
Der Verband der Nordic Walking Schulen VDNOWAS, der seine Technik direkt aus Finnland übernommen hat, vermittelt die Armbewegung in vier Abschnitten: Der Arm beugt sich in der Zugphase, wird hinter dem Körper gestreckt = Schubphase, es folgt die Abdruckphase und die Bewegung endet in der Schwungphase, in der der Arm locker nach vorne "fliegt". Die Stöcke sind eher länger.
Egal, bei welchem Trainer Sie Ihre Schulung gemacht haben - wenn diese Kriterien erfüllt sind, kann man von einer guten Nordic Walking-Technik sprechen:
Stockführung: Der Stock befindet sich immer in einer 60-Grad-Position nach hinten. Nur die Spitze setzt auf den Boden auf.
Dynamische Beinarbeit: Die Schrittlänge wird nicht künstlich vergrößert, sondern passt sich dem Stockschub an. Die Füße rollen von der Ferse zur Großzehe ab. Das Bein ist beim Aufsetzen des vorderen Fußes leicht gebeugt.
Lockeres Armschwingen: Die Arme bewegen sich wie bei einem Uhrpendel nach vorne und hinten. Sie schwingen diagonal zu den Beinen.
Kräftiges Händeschließen und -öffnen: Die vordere Hand umfasst beim Aufsetzen der Stockspitze auf den Boden den Griff mit allen Fingern. Sie löst sich während der Bewegung des Armes nach hinten vom Griff. In der Endphase hinten umschließt sie wieder den Griff und hält ihn fest, bis der Stock wieder Bodenkontakt aufgenommen hat.
Körperhaltung: Die Haltung ist aufrecht, der Blick richtet sich nach vorne.
Größenangepasste Stocklänge: Der Schlaufenaustritt sollte sich in Bauchnabelhöhe befinden.
Die Hauptunterschiede der einzelnen Verbände bestehen in der Stocklängenempfehlung und der Armbewegung während der Schubphase (Phase von vorne nach hinten).
Die ALFA-Technik ist leichter zu erlernen als die VDNOWAS-Technik. Dafür sieht die VDOWAS-Technik sportlicher und kraftvoller aus.